Waltonchain:

 

Projekt Daten:

Waltonchain (WTC) ist ein Projekt aus September 2017. Der Marketcap Anfang Oktober betrug 114 Mio. $. Von insgesamt 70.000.000 Token sind etwas mehr als 40.000.000 in Umlauf.

Waltonchain versucht Blockchain und das Internet of Things mittels radio-frequency-identification zusammen zu bringen. Damit ist es ein Projekt, das sich vor allem um die sog. Oracles verdient machen will, also den „Fühlern“, mit denen die Blockchain mit der realen Welt kommuniziert. Damit ist das Projekt teilweise ähnlich den Infrastruktur-Projekten wie etwa VeChain und Eximchain oder auch dem noch allgemeineren Projekt Chainlink.

RFID funktioniert über elektromagnetische Felder, die von Fühlern gemessen werden können, um die in dem Chip gespeicherten Informationen auszulesen und auszuwerten. Hervorragend lässt sich so insbesondere der Ort eines entsprechend getaggten Gegenstandes fest stellen.

Waltonchain hat ein Patent für RFID Chips, die in der Lage sind, Daten zu lesen und direkt auf die Blockchain zu schreiben. Das ermöglicht ein jederzeit ortenbares Unternehmen mit transparenten Informationen dezentral zu speichern. Waltonchain will auf diese Weise insbesondere Lieferketten für diverse Industrien abbilden.

Auf der Waltonchain werden die Ortungsdaten und Transaktionen dann direkt über die besonderen RFID-Chips erfasst. Die Waltonchain ermöglicht smart contracts und erlaubt Tochter-Chains. Jeder Nutzer von Waltonchain kann seine eigene Sub-Chain erstellen, einen eigenen Token mit eigenen Features erstellen und sogar einen anderen Konsens-Algorythmus nutzen als die Mutter-Chain.

Das ist grundsätzlich neben den RFID Chips eine der Besonderheiten von Waltonchain. Dadurch kann jedes Unternehmen oder jede Unternehmensgruppe die Blockchain an seine spezifischen Bedürfnisse anpassen. So können ganze Ökosysteme auf der Waltonchain abgebildet und über die Mutter-Chain miteinander verbunden werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass das Netzwerk durch die Sub-Chains entlastet wird und so die Leistungsfähigkeit des Hauptnetzes unangetastet bleibt.

Der Coin für die Waltonchain heißt ebenso, Symbol ist WTC. Mit WTC kann man Dividenden verdienen und auf der Waltonchain mit wählen. Inkludiert werden soll eine dezentrale Exchange und ein Kreditsystem.

Waltonchain verwendet einen angepassten Proof of Stake und Trust Konsens-Mechanismus. Waltonchain betreibt nodes mit einem Reputations-System, mittels dessen ehrliche nodes belohnt werden.

Waltonchain hat einige beachtenswerte Kooperationen geschlossen, etwa mit:

  • der Tanyu Group für die Entwicklung eines Textilien Lieferketten Systems
  • April 2017 gab es dazu Pilotprojekte mit den Fuguiniao und Kaltendin Bekleidungsketten
  • Guangdong Original Clothing
  • der Jiangsu Jinhu Development Zone für ein Luftreinigungsprojekt
  • der taiwanesischen Cloud Computing und IoT Association
  • der Korea Universität eine Forschungskooperation
  • dem IoT Innovation Center von Süd Korea
  • Fujian Soonbox Logistics
  • Dongdaemun Fashion Town Tourism Zone eine technische Partnerschaft zum Vertrieb der RFID Chips
  • Moneynet für die Eröffnung einer Sub-Chain.

 

Der Entwicklungsstand von Waltonchain ist soweit, dass die Hauptchain und auch eine erste Tochterchain bereits veröffentlicht sind.

 

Ergebnis

Im Grundsatz war Waltonchain zu Recht ein gehyptes Projekt zum Zeitpunkt des ICO. Die vielen Partnerschaften zeigen eine gute Entwicklung des Unternehmens.

Weniger weit ist die technische Entwicklung. Der Token Swap von den Ethereum Coins zu dem Mainnet hat immer noch nicht stattgefunden. Trotz Veröffentlichung im März 2018 kann niemand die Token nutzen.

Auch die letzte Veröffentlichung zum Projektfortschritt zeigt, dass es nur langsam voran geht.

Wie bei vielen Projekten ist eine Einschätzung auch bei Waltonchain schwierig. Die Marktchancen auf dem asiatischen Markt sind von hier aus nur schwer zu überschauen. RFID Chips sind jedenfalls eine lang bekannte Technik, die Patente für die Chips sollten daher nicht in der Lage sein, die Entwicklung ähnlicher Chips zu verhindern.

Für alle supply chain Projekte gilt zudem, dass sie von Maersk bedroht werden, die als wahrer global player jetzt ebenfalls ein solches Projekt anzugehen. Dennoch, auch Maersk kann nicht alle Märkte abbilden und inwieweit Maersk auch in Asien schlagkräftig ist, wird sich zeigen.

Insgesamt kann und sollte man Waltonchain auf der Rechnung haben und beobachten. Ein Investment bietet sich derzeit aber nicht an.