Bitcoins und Co sind volatil – Stablecoins können Verluste verhindern

1. Die Volatilität des Kryptomarktes

Der Kryptomarkt bewegt sich ungeheuer schnell. Jeder weiß, dass exorbitante Gewinne möglich sind, aber eben auch große Verluste. Jeder kennt den Witz:

„Papa ich wünsche mir einen Bitcoin. Was? Ein Geschenk für 6923 Euro? Was willst Du mit 6715 Euro? Ich habe keine 7114 Euro.“

1. a) Volatilität und Zahlung

Damit sind Cryptowährungen vor allem dann als Zahlungsmittel ungeeignet, wenn es um hinausgeschobene Zahlungen geht. Je größer die Zeitspanne zwischen Lieferung und Zahlung, desto größer ist vermutlich die Abweichung. Wer etwa zu Mitte Dezember eine Lieferung für einen Bitcoin versprochen hätte, hätte mit fast 20.000 Dollar gerechnet, hätte am 6. Februar aber nur ca. 6300 $ bekommen.

Oft liest man deshalb, Bitcoin sei als Zahlungsmittel nicht geeignet, weil niemand sie wegen der Erwartung einer Wertsteigerung veräußere und Bitcoins so volatil seien. Tatsächlich ist das erste Argument zu kurz gedacht. Ich habe schon Menschen getroffen, die ihren Lohn in Bitcoins ausbezahlt erhalten. Die geben natürlich auch Bitcoins aus, schon weil sie gar kein Fiat (staatliche Währung) mehr haben.

Auch das zweite Argument ist nur in diesem Moment richtig. Je mehr das Marktvolumen von Bitcoin ansteigt, desto weniger volatil wird die Währung werden. Damit bleiben die ständigen Kursschwankungen ein wesentliches Problem bei der aktuellen Nutzung von Cryptowährungen vor allem bei aufgeschobenen Zahlungen. Man denke etwa an Dauerschuldverhältnisse wie Miete oder Dienstvertrag oder an langfristige Lieferverträge, Arbeitsverträge und vieles andere mehr. In Cryptowährungen lassen sie sich nicht ausdrücken derzeit.

Dagegen hilft auch nur begrenzt, die Schuld in Fiat zu erfassen – z.B. den Preis mit 100 Euro pro Monat – fest zu legen. Zwar kann man dann immer aktuell umrechnen, aber man kann damit alle Vorteile der Blockchain und insbesondere Smart Contracts nicht nutzen. Nimmt man etwa Logistik Projekt wie Shipchain, kann man Lieferungen (z.B. in China) starten, wenn der Kaufpreis in einen Smart Contract hinterlegt ist. Die eingezahlte Summe wird dann zur Sicherung des Empfängers (z.B. in Deutschland) aber erst ausgezahlt, wenn die Ware da ist. Dies wird selten statt finden, weil niemand weiß, was die einst eingezahlten Coins bei Ankunft noch wert sind.

Damit sind Stablecoins ein wesentlicher Faktor, um die allgemeine Nutzung von Cryptowährungen zu verbessern.

1. b) Volatilität und Absicherung

Weiter können sie aber auch innerhalb des Cryptomarktes von besonderer Bedeutung sein. Jedem Investor, der nicht nur einen Coin auf mehr als einer Börse hat, weiß, wie schwer es ist, seine Währungen etwa bei Kursverfall gegen Fiat zu tauschen. Coins müssen aus der Wallet geholt, auf die Exchange gebracht und wenigstens einmal gegen eine der Leitwährungen (BTC oder ETH) getauscht werden, um sie dann gegen Fiat verkaufen zu können.

 

Stablecoins würden einen wesentlich schnelleren Ausstieg ermöglichen und – wenn sie denn stable sind – ermöglichen, dass man einen Kursrückgang „aussitzen“ oder im Extremfall sogar auscashen kann. Der Handel gegen einen Stablecoin würde viel schneller möglich sein als der entgültige Umtausch in Fiat. Genau so wird derzeit der wohl älteste Stablecoin US Dollar Tether genutzt, der (angeblich) mit echten Dollars abgesichert ist (dazu noch sogleich).

1. c) Stablecoins als Trend

Stablecoins sind damit ein wesentlicher Trend für 2018. Viele Projekte entstehen grade neu und versuchen auf die unterschiedlichste Weise, das Problem der Volatilität zu lösen. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die derzeit einzig nennenswerte Währung US Dollar Tether (wahrscheinlich zu Recht) erheblichen Zweifeln ausgesetzt ist.

1. d) Stablecoins und Inflation

Erwähnenswert ist, dass riesige Probleme im Hinblick auf bestehende, anerkannte Währungen bestehen, die durch Stablecoins beeinflußt werden können. Während die westlichen Ländern eine relative Preisstabilität genießen, gibt es in anderen Ländern wie Argentinien (23% jährliche Inflation), Ägypten (32% Inflation) oder gar Venezuela (741%), sehr hohen Inflationsraten. In Venezuela wird am „Pay-Day“ versucht, so viele Produkte wie möglich einzukaufen. Sparen und investieren wird damit unmöglich.

Einwohner solcher Länder adaptieren meist den Dollar unter der Hand, ohne offizielle Regulierung. Dadurch entstehen Schwarzmärkte, auf denen hohe Summen weit über dem Marktpreis gehandelt werden. Mit der Zeit nehmen solche Staaten teilweise den USD sogar als offizielle Währung auf. Dollarscheine und Coins werden dafür in gewissen zeitlichen Abständen verschifft, um eine lokale Versorgung zu garantieren. Die Ineffizienz liegt auf der Hand.

Stablecoins würden hier Abhilfe schaffen, aber eben auch ganz schnell eine Währung mit hoher Inflation komplett zum Erliegen bringen. Die nationale Währung würde nicht mehr benutzt, statt dessen ein Stablecoin. Welche Auswirkungen das hätte, ist noch wenig untersucht.

2. Die Quantitätstheorie des Geldes

Angenommen, ein Warenkorb von Gütern kostet heute 30€. Würde die Geldmenge nominal verdoppelt, wird theoretisch der gleiche Korb in Zukunft 60€ kosten. DDer tatsächliche Wert dieser Güter hat sich nicht verändert, aber der Wert des Geldes.  Genau andersherum waltet dieses Prinzip, wenn die Geldmenge halbiert werden würde.

Diesen hypothetischen Szenarien kann entgegengewirkt werden, in dem die Geldmenge je nach Situation vermindert beziehungsweise erhöht wird. Genau das sollen theoretisch Zentralbanken machen.

2. a) Methoden der Stablecoins

Stablecoins versuchen nunmehr auf unterschiedliche Weise, diese Stabilität zu erreichen. Manche gehen dabei von einer Regulierung der Menge an Coins (Basecoin) aus, andere suchen ergänzende Ausgleichsmechanismen innerhalb des Cryptomarktes (Maker DAO und DAI), manche versuchen es durch eine Bindung an Werte ausserhalb des Cryptomarktes (wie Gold oder Währungen – z.B. Truecoin und US Dollar Tether).

2. b) Kritik an Stablecoins

Es gibt nicht wenige, die der Auffassung sind, dass Stablecoins zum Scheitern verurteilt sind. Jedenfalls bei einem sog. Black Swan Event werden es die Stable Token schwer haben.

3. Die Stablecoins im Einzelnen

Ein Stablecoin sollte im Idealfall folgende Eigenschaften aufweisen:

  1. a) Preisstabilität
  2. b) Skalierbarkeit
  3. c) Dezentralisierung
  4. d) Privatsphäre

Keiner der bestehenden Stable-Coins verbindet diese Eigenschaften. Es gibt jedoch Projekte, die bald gelaunched werden und diese Kombination beabsichtigen.

Nun aber zu aktuellen Kandidaten, die zur Zeit in Frage kommen – oder auch nicht 😉

(1) THETER

Die Grundidee, ist dass hinter jedem Einzelnen Tether Token der gemined wird $1 USD steht. Gleichermaßen werden Tether Token, die in USD umgetauscht werden, wieder „zerstört“. So soll jeder Token einem Dollar entsprechen.

Das FIAT, das hinter Tether stehen soll, ist in Banken in Taiwan eingelagert – folglich zentral gelagert und wie wir aktuell merken, ein riesen Schwachpunkt. Transparenz sowie Sicherheit fehlen.

Des weiteren fehlt eine Geldpolitik, die, mal hypothetisch angenommen, eintreten müsste, wenn ein Stablecoin einen großen Anteil der USD Geldmenge einnehmen würde.

Tether, Juli 2014 ins Leben gerufen, wurde letztes Jahr angeblich im Wert von $30 Million USD gehacked. Bitfinex hat 2015 eine enge Partnerschaft mit Tether aufgebaut, nachdem Bitfinex viele Partnerschaften mit Banken verloren hat. Nun kursiert das Gerücht, wie viele von euch wissen, dass Tether nicht einmal von USD gedeckt sei und genutzt wurde, um den Bitcoinpreis aufzupumpen, ohne jegliche materielle Grundlage.

Was bei den Tether-Gerüchten herauskommt, wird einen großen Einfluss auf Bitfinex sicher aber auch auf den gesamten Markt haben.

(2) BitUSD

Seitdem 2014 ein Sicherheitsfehler im Code gefunden wurde, ist BitUSD weitgehend stabil geblieben.

Vor gut 4 Wochen war BitUSD kurzzeitig allerdings 1,10$ wert, solche, wenn auch geringe Preisschwankungen können mit viel Kapital schnell in ein lukratives Arbitrage Geschäft umgewandelt werden.

Wenn ein System es schafft, genug Anreiz zu schaffen, Reserven einzuzahlen (die den Wert eines Stablecoins abdecken, wie USD bei Tether die Grundlage sein sollte), Black Swan events aushalten kann, dann sollte es gelingen eine weitgehend stabile Währung zu kreieren.

(3) BASECOIN

Basecoin möchte Stabilität erreichen, indem die Versorgung an Basecoins algorithmisch angepasst werden. Basecoin führt also so etwas wie eine Geldpolitik, mit dem Unterschied ein, dass diese dezentralisiert ist und nicht von menschlichem Einschätzungsvermögen abhängt.

Das 3 Token System Basecoin
Basecoin

Der Stabilitätscoin des Netzwerks, der an den Wert des USDs gebunden ist und diesen durch die Menge an Basecoin im Umlauf beibehält.

Base Bonds

Base Bonds können erworben werden, wenn die Menge an Basecoins verringert werden muss. Diese werden auf exchanges handelbar sein und garantieren an irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft genau 1 Basecoin für 1 Base Bond. Neu herausgegebene Bonds werden für weniger als 1 Basecoin gehandelt werden und dem Käufer in der Zukunft einen marginalen Profit einzubringen.

Sobald neue Basecoin emittiert werden, können die „ältesten“ Inhaber von Bonds diese gegen Basecoin eintauschen.

Bsp: 2000 neue Basecoins werden herausgegeben. Die ersten 2000 Base Bonds, die herausgegeben wurden, werden in Basecoins umgewandelt.

Der Käufer eines Base Bonds wettet also darauf, dass an irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft die Menge an basecoin auf Grund steigender Nachfrage erhöht werden muss, um den Preis stabil zu halten.

 

Base shares

Besitzer von Base Shares erhalten proportional zu ihrem Anteil Basecoins (als Dividende), wenn neue Basecoins herausgegeben werden. Diese werden verteilt, wenn alle Bonds eingelöst wurden.

Es gibt auch einige ökonomische Probleme, die in dem Basecoin Szenario auftreten könnten – allerdings adressiert Basecoin diese größtenteils in den Basecoin FAQ.

Basecoin hat an vielen Szenarien durchgespielt und solide Annahmen getroffen, die langfristig eine funktionierende, und stabile Kryptowährung garantieren könnten.

Die Kernidee, eine transparente, dezentralisierte digitale Währung gekoppelt an eine autonome Geldpolitik einzuführen ist ein sehr spannendes Thema und kann theoretisch weit über den kurz- sowie mittelfristigen Nutzen in der Cryptoökonomie hinausgehen.

Dass Basecoin bestehenden Währungen direkt Konkurrenz machen wird, ist erstmal auszuschließen, langfristig aber kein unvorstellbarer Gedanke.

 

(4) Maker´s

Bei dem Maker Projekt wird der Stablecoin DAI geschaffen. Dai ist durch ETH in einem Smart-Contract abgesichert. Das Problem dabei ist wiederum die Volatilität der zu Grunde liegenden Assets. Daher ist der Wert der abzusichernden Assets zu Beginn deutlich größer als der des Stablecoins. Ein DAI kann also etwa durch 3 Ether abgesichert sein, die im Falle des Falles sukzessive verkauft werden, um den Wert eines DAI (von z.B. einem Ether zu sichern). Die hinterlegten Ether werden in einen Maker (MKR – Token) eingezahlt und die Inhaber von Maker kriegen für die Übernahme des Risikos eine Gebühr gezahlt und können so von der Absicherung profitieren.

Problem ist, dass das Kolleteral mehr Liquidität bindet als durch den DAI geschaffen werden und im Falle eines Black Swan Events der Wert der absichernden Assets dennoch doch unter den des Stablecoin rutschen kann. Von daher ist Maker jedenfalls  keine „Battle-proven“ Methode.

(5) Havven

Havven ist ebenfalls ein interessantes Projekt in dem Bereich, das eine On-Chain Lösung für die Absicherung der Stablecoins konzeptioniert hat. Der ICO von Havven steht am 28. Februar an.

(6) True Coin

Ein weiterer anstehender ICO ist der von True Coin. Hier wird ähnlich wie bei US Dollar Tether echtes Geld hinterlegt, jedoch auf öffentlichen Konten von Treuhändern (US-Banken).

 

  1. Ergebnis

Schaut man sich den Markt an, den ein Stablecoin in der Theorie adressiert, sind solche Projekte die größten überhaupt. (Jeglicher Geldfluss, der auf der Welt stattfindet)

Welcher Stablecoin sich durchsetzen wird, entscheidet am Ende des Tages der Markt. Dennoch lässt sich jetzt schon, wie sich unschwer erkennen lässt, die Spreu vom Weizen trennen.

5.) Investments

Mit Stablecoins kann man sich nicht nur absichern, man kann in diese auch investieren. Die meisten Stable-Coins sehen eine Art equity vor, in dem Inhaber von den Transaktionsgebühren des Netzwerks profitieren (z.B. Maker MKR und Havven).

Wer mathematisch interessiert ist, findet im Internet viele theoretsiche Darstellungen rund um die Algorythmen und Wahrscheinlichkeiten ihrer Stabilität im Black Swan Fall. Wer investieren möchte, sollte sich hier ergänzend informieren. Das spielt natürlich auch für diejenigen eine Rolle, die sich mit diesen Coins absichern wollen. Bei US Dollar Tether ist es bisher gut gegangen, aber fast sicher kann der Coin seine Dollar Garantie nicht halten, wenn es darauf ankäme.

So, und wenn Du jetzt fragst, wo sind denn die Gründe, die ich alle kennen muss, hier sind sie:

  1. Du kannst an den Gebühren partizipieren (Havven, Maker)
  2. Du kannst Deine Werte bei fallenden Kursen sichern
  3. Du kannst Deine Werte bei fallenden Kursen sichern
  4. Du kannst Deine Werte bei fallenden Kursen sichern
  5. Du kannst Deine Werte bei fallenden Kursen sichern
  6. Du kannst Deine Werte bei fallenden Kursen sichern

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  1. Du kannst Deine Werte bei fallenden Kursen sichern

Viel Erfolg mit Deinen Investments!